Hinweis: Die Inhalte dieser Webseite dienen der allgemeinen Information. Verbindliche und tagesaktuelle Angaben zu Förderprogrammen und Gesetzgebung erhalten Sie auf energiefranken.ch, beim Bundesamt für Energie und auf der offiziellen Webseite Ihres Kantons.

Solaranlage Planung Schweiz

Von der ersten Idee bis zur fertigen Installation: Ihr kompletter Leitfaden fuer die Planung einer Solaranlage in der Schweiz – Schritt fuer Schritt erklaert.

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Ihre Solaranlage richtig planen

Eine sorgfaeltige Planung ist der Schluessel zu einer erfolgreichen und wirtschaftlichen PV-Komplettloesung. In der Schweiz gibt es dabei einige Besonderheiten zu beachten – von den kantonalen Bewilligungsverfahren ueber die Foerdermoeglichkeiten bis hin zu den klimatischen Bedingungen. Dieser Ratgeber fuehrt Sie Schritt fuer Schritt durch den gesamten Planungsprozess.

Schritt 1: Dachanalyse und Potenzialabschaetzung

Der erste Schritt bei der Planung Ihrer Solaranlage ist die Analyse Ihres Daches. Folgende Faktoren bestimmen das Solarpotenzial:

  • Ausrichtung: Ein Sueddach ist optimal, aber auch Suedost- oder Suedwest-Ausrichtungen erzielen 90 bis 95 Prozent des Maximalertrags
  • Neigung: Der ideale Neigungswinkel liegt in der Schweiz bei 25 bis 35 Grad
  • Verschattung: Baeume, Nachbargebaeude oder Kamine koennen den Ertrag erheblich mindern
  • Verfuegbare Flaeche: Pro kWp werden etwa 5 bis 6 Quadratmeter Dachflaeche benoetigt
  • Dachzustand: Das Dach sollte noch mindestens 20 Jahre halten; bei Bedarf vor der PV-Installation sanieren

Mit dem Sonnendach-Tool des Bundes (sonnendach.ch) koennen Sie kostenlos eine erste Einschaetzung fuer Ihr Dach erhalten. Fuer eine detaillierte Analyse empfehlen wir den PV-Rechner, der auch lokale Wetterdaten und Verschattung beruecksichtigt.

Schritt 2: Anlagengroesse bestimmen

Die optimale Groesse Ihrer Solaranlage haengt von Ihrem Stromverbrauch und Ihren Zielen ab. Als Faustregel gilt: Die Anlage sollte ungefaehr so viel Strom produzieren, wie Sie jaehrlich verbrauchen. In der Schweiz sind das fuer ein Einfamilienhaus typischerweise 8 bis 12 kWp, fuer ein Mehrfamilienhaus 20 bis 50 kWp.

Beruecksichtigen Sie bei der Dimensionierung auch kuenftige Verbraucher: Eine Waermepumpe addiert 3'000 bis 5'000 kWh zum Jahresverbrauch, ein Elektroauto weitere 2'000 bis 4'000 kWh. Grosszuegiger dimensionieren lohnt sich, da die Mehrkosten pro zusaetzlichem kWp gering sind.

Schritt 3: Offerten einholen und vergleichen

Holen Sie mindestens drei Offerten von verschiedenen zertifizierten Installateuren ein. Achten Sie beim Vergleich auf folgende Punkte:

  • Modultyp und Hersteller: Qualitaetsmodule von etablierten Herstellern bieten bessere Garantien
  • Wechselrichter: Prueefen Sie, ob ein Hybrid-Wechselrichter fuer spaetere Speicher-Nachruestung sinnvoll ist
  • Garantiebedingungen: Mindestens 25 Jahre Leistungsgarantie auf Module, 10 Jahre auf Wechselrichter
  • Referenzen: Fragen Sie nach Referenzprojekten in Ihrer Region

Schritt 4: Bewilligungsverfahren

In der Schweiz ist das Bewilligungsverfahren fuer Solaranlagen seit 2014 deutlich vereinfacht. Fuer die meisten Dachanlagen genuegt eine einfache Baumeldung bei der Gemeinde. Das Verfahren dauert in der Regel 30 Tage. Eine vollstaendige Baubewilligung ist nur in folgenden Faellen notwendig:

  • Denkmalgeschuetzte Gebaeude
  • Gebaeude in Ortsbild-Schutzzonen
  • Fassadenanlagen
  • Freiflaechen-Anlagen

Zusaetzlich muss die Anlage beim lokalen Netzbetreiber (Elektrizitaetswerk) angemeldet werden. Der Netzbetreiber prueft die Netzkapazitaet und erteilt die Installationsbewilligung. Dieser Prozess dauert je nach Netzbetreiber 2 bis 8 Wochen.

Schritt 5: Foerderung beantragen

Die wichtigste Foerderung in der Schweiz ist die Einmalverguetung (EIV) von Pronovo. Diese betraegt 2026 fuer Anlagen ab 2 kWp einen Grundbeitrag plus einen Leistungsbeitrag pro kWp. Bei einer 10-kWp-Anlage erhalten Sie rund CHF 3'400 zurueck. Die Anmeldung bei Pronovo muss vor Baubeginn erfolgen – die Auszahlung erfolgt nach Inbetriebnahme.

Zusaetzlich bieten viele Kantone und Gemeinden eigene Foerderprogramme an. Im Kanton Bern gibt es beispielsweise zusaetzliche Beitraege fuer Batteriespeicher, waehrend der Kanton Zuerich Beratungsgutscheine anbietet. Informieren Sie sich bei Ihrer kantonalen Energiefachstelle ueber die aktuellen Angebote.

Schritt 6: Installation und Inbetriebnahme

Die eigentliche Montage einer Solaranlage auf einem Einfamilienhaus dauert typischerweise 2 bis 4 Arbeitstage. Der Ablauf umfasst:

  1. Montage der Unterkonstruktion auf dem Dach
  2. Befestigung der Solarmodule
  3. Verkabelung und Anschluss an den Wechselrichter
  4. Installation des Zaehlerschranks und Netzanschluss
  5. Inbetriebnahme und Funktionstest
  6. Anmeldung beim Netzbetreiber und Start der Netzeinspeisung

Nach der Inbetriebnahme erhalten Sie die Sicherheitsnachweisung (SiNa), die Sie fuer die Pronovo-Anmeldung benoetigen. Ab diesem Zeitpunkt produziert Ihre Anlage Strom und Sie profitieren von der Kostenersparnis.

Zeitplan: Vom Entscheid zur fertigen Anlage

Planen Sie insgesamt 2 bis 4 Monate vom ersten Kontakt bis zur Inbetriebnahme ein. Ein typischer Zeitplan sieht so aus:

  • Woche 1-2: Potenzialanalyse und Offertanfragen
  • Woche 3-4: Offertvergleich und Auftragsvergabe
  • Woche 5-8: Bewilligungsverfahren und Netzanmeldung
  • Woche 9-12: Installation und Inbetriebnahme
  • Ab Woche 13: Foerderungsauszahlung beantragen

Haeufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Planung und Installation?

Vom ersten Kontakt bis zur Inbetriebnahme vergehen in der Regel 2 bis 4 Monate. Die eigentliche Dachmontage dauert nur 2 bis 5 Tage.

Welche Bewilligungen braucht man?

Fuer die meisten Dachanlagen genuegt eine einfache Baumeldung bei der Gemeinde. Zusaetzlich muss die Anlage beim lokalen Netzbetreiber angemeldet werden.

Welche Dachausrichtung ist optimal?

Optimal ist ein nach Sueden ausgerichtetes Dach mit 25 bis 35 Grad Neigung. Aber auch Ost-West-Daecher liefern noch 80 Prozent des Maximalertrags und koennen wirtschaftlich sinnvoll sein.

Wie viele Offerten sollte man einholen?

Wir empfehlen mindestens drei Offerten von verschiedenen zertifizierten Installateuren. Achten Sie auf Qualitaet der Komponenten, Erfahrung und Garantiebedingungen – nicht nur auf den Preis.

Was muss vor der Installation geprueft werden?

Vor der Installation muessen Dachstatik, Dachzustand, elektrische Infrastruktur und Netzkapazitaet geprueft werden. Zudem ist eine Verschattungsanalyse wichtig.

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